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Unser Molinero zog damals schon zwei Monate vor uns auf unseren Hof. Gesehen als kleinen schwarzen Jährling bei einem Pferdehändler in einem winzigen Ställchen auf dem Hinterhof, konnten wir es nicht über's Herz bringen, dat kleene verzogene Kerlchen dort zu lassen. Und so nahm das Schicksal seinen Lauf ...
(An dieser Stelle wäre im Fernsehen eine unheilschwangere Musik zu hören!)

 

Wir hatten keinerlei Ahnung von Eseln, wir wussten nicht auf was wir uns einließen, wir wussten nicht wie alt Igor - so nannte ihn der Pferdehändler - war und hatten natürlich auch überhaupt keine Ahnung, dass Esel gut und gerne 45 Jahre und älter werden können! Auf was hatten wir uns da nur eingelassen!?!
(Wieder die unheilschwangere Musik!)

Aber da stand er nun! Er hatte die Frechheit mit Löffeln gefressen!!! Er biss in alles, was man ihm hin hielt - sei es eine Möhre oder auch gerne einen Finger. Zwischenzeitlich fanden wir anhand entsprechender Fachliteratur - in Massen zugelegt und durchgeackert - unserem Tierarzt, der IG Esel und einiger örtlicher "Esel-Kundler" heraus, dass Igor grade mal ein gutes Jahr alt sein dürfte. Auch wussten wir mittlerweile, wie alt so ein Esel werden kann. Seit diesem Zeitpunkt wollen meine Nichte und mein Neffe nicht mehr unser Erbe antreten, da darin wohl auch die Esel enthalten sein dürften ... :(
(Hier würde im TV wohl eine schadenfrohe Melodie ertönen!?)

Nachdem wir Igor nicht wirklich als den passenden Namen für einen kleinen Esel befanden, wurde nach einem neuen gesucht und gefunden - Molinero sollte er heißen! Denn im Grunde sollte er der Esel meines nicht reitenden Freundes Jürgen sein. Dieser heißt mit Nachnamen Müller und Molinero heißt auf Spanisch "Müller" - Müller's Esel eben!!!
(Hier ein Tusch!!!)

Molinero (auch genannt Mölemann oder Möllemann) lebte die ersten paar Monate auf unserem Hof und in einer der Boxen der alten Scheune, bis wir unseren schönen Offenstall auf der Wiese einweihen konnten. Dies war eine aufregende Zeit, da er jede Gelegenheit nutze, mal schnell in die Küche zu spazieren, oder durchs Hoftor zu huschen und die Nachbarn besuchen zu gehen ...
(Eine lustige Melodie erklingt!)

Dann begab es sich ein gutes Jahr später, dass wir unserem Mölemann einen richtigen Kumpel zulegen wollten. Hatte er doch in unseren Pferden zwar kurzweilige, aber nicht die wirklich richtigen Sparringspartner. So hielten wir die Augen offen nach einem weiteren Zwerg. Leider wird man in diesen Tage auch unter Eseln schneller fündig, als einem lieb sein dürfte. Das scheint in den letzten Jahren ein guter Markt geworden zu sein ... Wie auch immer - wir fanden recht schnell die Adresse eines Viehhändlers, der einen Esel "im Angebot" hatte. Als wir dort ankamen, bot sich uns ein echtes Bild des Grauens! Wer je die Hufe manch armer Arbeitspferde in bestimmten Ländern gesehen hat, wird wissen, was ich meine ... Er stand auf vier Schnabelschuhen, war am ganzen Körper geschoren, total abgemagert und verwurmt. Ihr könnt euch vorstellen, dass wir nicht ohne ihn heim kehrten ...
(Eine tröstliche Weise ertönt!)

Das Grauchen hatte keinen Namen - noch nicht mal das ... Nach kurzem Überlegen nannten wir ihn Pepino, was auf Spanisch "Gürkchen" heißt. Mehr Einzelheiten zu dieser Namensfindung möchte ich euch an dieser Stelle ersparen! Nun war er da und was war das für eine Freude bei den Eselchen!!! Auch wenn unsere Pferde und die Esel viel zusammen stehen und auch mal miteinander spielen - Artgenossen kann man nie

ersetzen!!!
(Ein Tusch!!!)

Vielleicht kennt ihr auch so Geschichten, die man gerne hört und gerne erzählt, weil man sie so schön findet und sie gerne glauben mag ... Jeder Esel (und auch einige Pferderassen bzw. -farbschläge) haben einen sog. "Aalstrich". Das ist ein schwarzer Fellstreifen entlang der Wirbelsäule bis in den Schwanz/Schweif. Im Gegensatz zu den meisten Pferden (Ausnahme sind einige Wildpferde) hat der Esel dabei noch eine Besonderheit - der dunkle Strich wird im Schulterbereich links und rechts gekreuzt, so dass es von oben betrachtet, wie ein "Jesus-Kreuz" aussieht. Sehen könnt ihr das bei Moli leider nicht, da er ja ein Rappe ist; dafür kann man's bei Pepi sehr schön im grauen Fell sehen! Man sagt, dass alle Eselchen das sog. "Jesus-Kreuz" tragen, da ein ein kleiner, wackerer Esel Jesus Christus am Palmsonntag voller stolz durch die Gläubigen getragen hat! Eine Geschichte, die man gerne hört und gerne erzählt ...

Pepino kam damals etwa dreijährig zu uns, so dass beide Jungs in etwa gleich alt waren - heute (2008) so ca. um die 8 Jahre - noch halbe Kinder also!!! Mittlerweile wurde der bis dato noch unkastrierte Molinero immer unleidlicher zu den Pferden - er biss und trat die Pferde wo er nur konnte. Kam man vom Ausritt zurück, lauerte er in irgendeiner Wiesenecke und stürzte sich auf's Pferd. Leider haben die Esel bei unseren, wie auch bei allen Pensionspferde, die wir früher hatten, absolute Narrenfreiheit. Fast wie Fohlenschutz - niemand wehrte sich!!! So entschlossen wir uns, Molinero knapp 4jährig legen zu lassen.
(Hier könnte man den Jingle von Psycho einfügen ...)

Leider fehlt mir für die beiden Kerlchen noch die richtige Beschäftigung. Wir haben uns extra mal eine kleine Kutsche zugelegt, die für die Beiden gut passt. Den VFD-Fahrpass habe ich extra dafür mal absolviert. Leider haben wir uns noch nicht richtig mit dem Einfahren beschäftigt. Wer uns an dieser Stelle unterstützen möchte - ja gerne!!!!!!!!!!!!!!

So - das war's erst mal von unseren beiden charmanten "Nichtsnutzen"